Pilatus

Aus Kriegsmaterial

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Aus einer Broschüre von Pilatus: PC-7 mit dazugehöriger Bewaffnung
Aus einer Broschüre von Pilatus: PC-7 mit dazugehöriger Bewaffnung

Businessjets, militärische "Trainingsflugzeuge"

Homepage: http://www.pilatus-aircraft.com

Inhaltsverzeichnis

Konflikt-Flugzeuge

Das Geschäft von Pilatus Aircraft in Stans sind Turboprop-Flugzeuge. Bekannt - oder viel eher berüchtigt - sind die militärischen "Trainingsflugzeuge" der Typen PC-7, PC-9 und neuerdings PC-21. Obwohl kaum eine andere Waffe aus Schweizer Produktion in mehr Konflikten eingesetzt wurde (und wird) als die Pilatus-Flugzeuge, gelten sie juristisch nicht als Kriegsmaterial. Dies hat Pilatus dem unermüdlichen Lobbying einiger Innerschweizer Politiker und Interessenvertreter in Bern zu verdanken.

Skandal um Skandal

Die "Trainingsflugzeuge" von Pilatus sind bestens dafür geeignet, was im Militärjargon "Counter-Insurgency Close Air Support" genannt wird – Aufstandsbekämpfung aus der Luft. Die Pilatus-Maschinen sind die Kleinkriegsflugzeuge für devisenschwache Drittwelt-Diktaturen. Die Liste der Skandale, für welche die Pilatus steht, ist lang: Maschinen der Nidwaldner Firma wurden in den letzten Jahrzehnten in Burma, in Guatemala, im Irak, in Mexiko und im Tschad gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Auch die Aufzählung der Abnehmerländer, aus denen keine Einsätze bekannt sind, zeigt wie wenig Skrupel die Verantwortlichen der Pilatus bei ihrer Exportpolitik haben: Angola, Algerien, Bangladesh, Bolivien, Botswana, Chile, Kolumbien, Äthiopien, Indonesien, Iran, Kroatien, Lesotho, Malaysia, Nepal, Saudi-Arabien, Peru, Somalia, Sudan, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate. In praktisch jedem Konfliktgebiet der Welt mischt Pilatus mit.

Es ginge auch ohne Militärflugzeuge bestens

Das mit Abstand wichtigste Produkt der Pilatuswerke ist jedoch die PC-12, ein ziviles Geschäftsflugzeug. Im Jahr 2006 machte die Militärsparte von Pilatus weniger als 20 Prozent des Umsatzes aus, und auch 2007 war es nicht einmal ein Drittel. Die Nachfrage nach den zivilen Flugzeugen ist so gross, dass Pilatus im vergangenen Jahr Lieferschwierigkeiten hatte. Wäre die Führung von Pilatus ein bisschen weniger verbohrt, könnte das Unternehmen schon längst auf rein zivile Produktion umgestellt sein. Die derzeitige Führung zeichnet sich momentan jedoch vorallem durch markige Worte von Konzernchef Oskar Schwenk und die Nähe zur traditionsreichsten aller Schweizer Kriegsgewinnler-Dynastien, der Familie Bührle-Anda, aus.


Skandale

Skandale mit Pilatus Flugzeugen Beschreibung
Giftgas mit PC-7 im Irak Irak, 1988: Saddam Hussein setzt in Halabja Giftgas gegen die kurdische Zivilbevölkerung ein. 5000 Tote. Abgeworfen wurden die Giftgas-Granaten von Pilatus-Flugzeugen.
PC-6 in Laos 1969: Mit PC-6-Flugzeugen schmuggelt die CIA Drogen, um den illegalen Krieg in Laos zu finanzieren.
PC-7 in Chiapas, Mexiko Die mexikanische Luftwaffe bombardiert Bauerndörfer in Chiapas.
PC-7 in Guatemala In den 80er Jahren bombardiert das Militär von Guatemala regelmässig Dörfer der indigenen Bevölkerung.
PC-7 und PC-9 in Burma 1992: Die burmesische Militärjunte bombardiert mit PC-7 und PC-9-Flugzeugen die Zivilbevölkerung.
PC-7 und PC-9 nach Südafrika Anfangs der 90er Jahre bricht die Schweiz eine UNO-Resolution, um Pilatus-Flugzeuge ans Apartheid-Regime zu liefern.
PC-9 nach Saudi-Arabien 50 Pilatus-Flugzeuge werden an Saudi-Arabien geliefert. Der Deal kommt nur dank massiven Schmiergeldzahlungen zustande.
PC-9 nach Tschad 2007: Trotz Protesten liefert Pilatus Flugzeuge an den Tschad. Schon kurz darauf werden sie im Krieg in Darfur eingesetzt.
Pilatus-Flugzeuge nach China Trotz massiver Menschenrechtsverletzungen kündigt Pilatus an, Militärflugzeuge nach China liefern zu wollen.
Fakten zu PilatusRDF-Feed
Abstract Businessjets, militärische "Trainingsflugzeuge"
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